Lackarten

Diese gibt es

Auch wenn es erst einmal komisch klingt: Lack ist nicht gleich Lack. Je nach Verwendungszweck, gewünschter Farbe und gewünschte Variante kannst du aus zahlreichen unterschiedlichen Lackarten wählen. Doch welche Lackarten gibt es? Und welche Variante ist für welches Einsatzgebiet geeignet?

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das Lackieren kannst du heutzutage aus zahlreichen unterschiedlichen Lackarten wählen
  • Welche Lackart am besten geeignet ist, richtet sich nach der jeweiligen Art der Arbeit
  • Zu den am meisten verwendeten Lackarten gehören unter anderem Wasser- und Dispersionslack, Acryllack, Alkydlack, Polyurethanlack oder Klarlack
  • Die verschiedenen Lackarten unterscheiden sich vor allem hinsichtlich der verwendeten Bindemittel

Lackarten: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Ganz gleich, ob du Heizkörper lackieren möchtest oder die Terrasse im Garten einen neuen Anstrich benötigt. In beiden Fällen kommt Lack zum Einsatz. Das bedeutet jedoch keinesfalls immer das Gleiche. Je nach Einsatzgebiet kommen ganz unterschiedliche Lackarten in Frage. Welche das sind und wie diese sich unterscheiden, siehst du im Folgenden.

Wasser- und Dispersionslack

Wasser- und Dispersionslacke sind gewissermaßen echte Alleskönner und können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich zum Einsatz kommen. Geeignet sind diese sowohl für Holz- als auch für Metall- oder Kunststoffoberflächen. Der organische Lösungsmittelanteil dieser Lacke liegt in der Regel bei rund sieben bis zehn Prozent. Die Wasserlacke werden auch als wasserlösliche Lacke bezeichnet. Dispersionslacke wiederum als wasserverdünnbare Lacke.

Wasser- und Dispersionslack ist sowohl als 1K- oder 2K-Lack im Handel zu finden. Für das Streichen von Holzböden im Innenbereich ist vor allem farbloser Wasserlack gut geeignet. Im Außenbereich solltest du beim Streichen auf pigmentierte Lacke setzen.

Acryllack (Acrylatlack / Polyacrylate)

Acryllacke zeichnen sich vor allem durch das verwendete Bindemittel Acrylharz aus. Viele Menschen setzen auf diese Lacke, da sie sich durch eine hohe Beständigkeit, einen ansehnlichen Glanz und eine gute Festigkeit auszeichnen.

Eingesetzt wird Acryllack zum Beispiel, um Holz, Mauerwerk oder Nichteisenmetalle zu beschichten. Dabei sind verschiedene Varianten im Handel zu finden. Nutzen kannst du diese Lacke sowohl für den Vorstrich als auch für die Endbeschichtung oder als Zwischenbeschichtung.

Alkydlack (Alkydfarbe / Alkydharzlack)

Alkydlacke bringen in der Regel einen hohen Lösemittelanteil mit sich, der teilweise bei 50 Prozent liegen kann. Dabei handelt es sich normalerweise um Universalverdünner oder Terpentinersatz.

Geeignet sind diese Lacke für zahlreiche unterschiedliche Einsatzgebiete. Mit dem Alkydlack kannst du zum Beispiel Fußböden, Treppen oder Gartenmöbel lackieren. Ebenso eignet sich dieser für das Lackieren von Bad und Küche, Fenstern, Türen oder Fassadenverkleidungen. Ein wesentlicher Vorteil ist dabei die vergleichsweise kurze Trocknungszeit, die Alkydlacke auch für die Industrie interessant gemacht hat.

Polyurethanlack (PUR- / DD-Lack)

Polyurethanlacke werden häufig auch als Versiegelungslacke bezeichnet. Dies liegt vor allem in der hohen Beständigkeit und der Abriebfestigkeit begründet. Genutzt werden diese Lacke deshalb zum Beispiel für Möbel, Treppen oder Fußböden. Wählen kannst du zwischen klaren und pigmentierten Ausführungen der Polyurethanlacke. Einsetzen lassen sich diese für Oberflächen aus Beton, Holz, Kunststoff oder Metall.

Wichtig beim Einsatz zu wissen ist, dass diese Lacke bis zu 50 Prozent organische Lösungsmittel enthalten und deshalb als gesundheitsschädlich und umweltschädlich gelten. Zudem handelt es sich beim Polyurethanlack um einen Reaktionslack, der aufgrund seiner bereits genannten Eigenschaften in Kontakt mit Luft oder anderen Komponenten reagiert.

Polyesterlack (PE-Lack)

Polyesterlack, kurz PE-Lack, verlangt genau wie Polyurethanlack nach einer umfangreichen Arbeitsschutzausrüstung für den Einsatz. Der Lösemittelanteil liegt auch hier oftmals bei bis zu 50 Prozent, in der Regel handelt es sich dabei um einen 2K-Lack.

Bei der Aufbringung des Lacks ist aufgrund der hohen Reaktionsfähigkeit eine gewisse Geschwindigkeit gefordert. Dank einer hohen Beständigkeit und der Möglichkeit, dick aufgetragen zu werden, ist dieser Lack zum Beispiel für die Lackierung von Möbeln geeignet. Wichtig: Beim Auftragen solltest du unbedingt auf eine Umgebungs- und Objekttemperatur von bestenfalls 20 bis 24 Grad achten.

Nitrolack (Nitrozellulose- / NC- / CN-Lack)

Nitrolack zeichnet sich durch eine enorm schnelle Verfestigung aus. Die Ursprünge des Lacks liegen deshalb auch in der Industrie. Genauer: In der Automobilbranche. Hier wurde der Lack vor allem eingeführt, um die Fließbandarbeit und schnelle Fertigung zu unterstützen. Mittlerweile wird Nitrolack längst nicht mehr nur in der Automobilbranche eingesetzt, sondern dient auch als Lackierung für Möbel, Metalle, Folien oder Leder.

Für Nitrolack spricht die enorm gute mechanische Belastbarkeit – auch das kam und kommt der Industrie zugute. Gleichzeitig lässt sich dieser Lack nur enorm schwer überarbeiten, ist empfindlich für Witterungen und nur wenig beständig gegen Wärme, Chemikalien oder Wasser. Insbesondere in den Außenbereichen ist vom Nitrolack also abzuraten.

Schellack

Schellack kann gewissermaßen als der „Ur-Lack“ bezeichnet werden. Gewonnen wird dieser aus den Absonderungen der Läusenart Lackschildlaus, die in Asien beheimatet ist. Heutzutage kommt Schellack nur noch selten zum Einsatz und wird maximal für die Restauration von Möbelstücken verwendet. Der Grund hierfür liegt in der enorme Zeit- und Kostenintensität für die Verarbeitung.

VOC Lack

Bei den VOC-Lacken handelt es sich um Lacke, die die besonderen Gesetzgebungsregeln aus den Jahren 2007 und 2010 erfüllen. Begrenzt werden durch diese die flüchtigen organischen Verbindungen (Volatile Organic Compounds). Diese Stoffe zeichnen sich durch einen enorm geringen Dampfdruck aus und können so sehr leicht in die Luft gelangen.

Eingesetzt werden die VOC-Lacke zum Beispiel für Fertigteile, Türen, Fußböden, Treppen oder Fenster. Nicht geeignet sind die Lacke wiederum für die Lackierung von Möbelstücken.

High Solid Lack

High Solid Lacke erfreuen sich gerade im Bereich des eigenen Wohnraums großer Beliebtheit. Zum einen liegt dies in der hohen Ergiebigkeit begründet, zum anderen aber auch an der großen Umweltschonung beim Einsatz.

In der Regel enthalten diese Lacke bis zu 25 Prozent organische Lösungsmittel und können aufgrund ihres hohen Festkörpergehaltes dicke und sehr stabile Schichten bilden.

Klarlack

Die Bezeichnung Klarlack kann für viele unterschiedliche Lacke angewandt werden. Der Grund hierfür: Die Bezeichnung bezieht sich einzig und allein auf die Optik der transparenten und klaren Lacke. Als Klarlack werden also alle Lacke bezeichnet, die keine farblich pigmentierte Schutzschicht aufweisen können.

Epoxidharzlack

Bei den Epoxidharzlacken handelt es sich in der Regel um 2K-Lacke. Diese verlangen eine zügige Verarbeitung, trocknen dafür aber ganz ohne Ausstoß von gesundheitsgefährlichen Gasen oder Stoffen. Ein besonderer Zusatzstoff dieser Lacke ist in vielen Fällen Glasfaser, wodurch die Strapazierfähigkeit erhöht werden kann.

Genau deshalb eignet sich dieser Lack zum Beispiel für Untergründe wie Hallenböden, Bühnen oder alle Flächen aus Stahl und Beton, die stark belastet werden. Genutzt werden diese Lacke zudem, wenn ein Unterwasseranstrich erforderlich ist.

2K-Lack

Als 2K-Lack werden Lacke bezeichnet, die aus zwei Komponenten bestehen. Dabei handelt es sich zum einen um ein Harz, welches je nach Lackart variieren kann. Zum anderen wird der Lack aus einem Härter gebildet.

Prägend für die 2K-Lacke ist vor allem die enorme Widerstandsfähigkeit. Erforderlich ist dafür jedoch eine schnelle Verarbeitung. Ein weiterer Vorteil: Die 2K-Lacke trocknen vergleichsweise schnell.

Heizkörperlack (KH-Lack)

Wie der Name bereits verrät, sind Heizköperlacke (auch KH-Lacke genannt) für die Beschichtung von Heizkörpern oder Heizkörperrohren gedacht. Oftmals basieren diese Lacke auf einer Alkydbasis. Achten solltest du beim Kauf vor allem auf die Haftung auf Altanstrichen und die Beständigkeit gegenüber Vergilbungen.

Als Heizkörperlacke kommen übrigens nur Lacke in Frage, die zwei Grenzwerte für die Spitzenbelastung und die Dauerbelastung in der Hitzebeständigkeit vorweisen können. Je nach Hersteller liegt die Dauerbelastung bei teilweise 150 Grad Celsius.

Coal Coating

Coal Coating wird auch als Metallbandbeschichtung oder Bandbeschichtung bezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Verfahren, mit dem Stahl- oder Aluminiumbleche ein- oder sogar beidseitig verarbeitet werden können. Beschichtet werden diese üblicherweise mit Lacken, Kunststoffpulver oder Kunststofffolien.

Besonders prägend für dieses Verfahren ist der vergleichsweise geringe Lackverbrauch in Kombination mit der maschinellen Effizienz.

Kunstharzlack

Kunstharzlack wurde bereits im Jahre 1902 entwickelt und war im Laufe der Jahre die erste echte Alternative für Schellack. Zu den positiven Eigenschaften gehören unter anderem die hohe Elastizität und Abriebfestigkeit. Zudem zeichnen sich Kunstharzlacke durch eine leichte Verarbeitung, hohe Deckkraft und schnelle Trocknung aus.

In diese Kategorie fallen alle Lacke, die als Bindemittel ein Kunstharz verwenden. Darunter Acrylfarbe, Alkydharzlack oder Nitrozelluloselacke.

Pulverlack

Pulverlacke erfüllen ebenfalls die VOC-Richtlinien und setzen in der Regel auf Monomere als Lösungsmittel. Diese geraten durch Abspaltung nicht in die Umwelt und können somit als umweltfreundliche Anwendungen bezeichnet werden. Der Festkörperanteil bei Pulverlacken ist mit bis zu 75 Prozent enorm hoch.

Eingesetzt werden diese Lacke zum Beispiel bei der Beschichtung von Metallen, Haushaltsgeräten, Fassaden, Möbeln oder auch Automobilen.

Fazit

Lackarten gibt es viele. Nicht alle davon eignen sich gleichermaßen für eine Versiegelung oder sind identisch witterungsbeständig. Bevor du loslegst, solltest du dich mit den unterschiedlichen Lackarten also genau beschäftigen. Gleichzeitig raten wir dazu, auf die verwendeten Lösungsmittel zu achten. In einigen Fällen ist besondere Schutzkleidung erforderlich, während andere Lacke bedenkenlos aufgebracht werden können.

FAQ: Lackarten

Hält der Lack nicht richtig, liegt dies in der Regel an der Beschaffenheit der Oberfläche. Diese sollte möglichst sauber, staub- und fettfrei sein. Dabei gilt: Je stärker die Fläche der Witterung oder mechanischen Belastungen ausgesetzt ist, desto intensiver sollte diese vor dem Lackieren gereinigt werden.

Nitrolacke können mit Spritzsystemen aufgetragen werden, was die Anwendung auch für Laien in diesem Bereich einfach macht. Wichtig ist dabei jedoch, auf die passende Verdünnung zu achten und vor dem Nitrolack eine Grundierung auf die Oberfläche zu bringen.

Polyesterlacke können in dicken Schichten aufgetragen werden, was den Lack zum Beispiel für strapazierfähige Möbellackierungen qualifiziert. Aufgetragen werden sollten Polyesterlacke nur unter Verwendung von Arbeitsschutzausrüstung wie Atem-, Sicht- und Streichschutz. Zudem ist es optimal, wenn Raum- und Objekttemperatur bei 20 bis 24 Grad liegen.

Lacke müssen verschiedene Anforderungen erfüllen. Gesetzliche Richtlinien fordern das Einhalten von bestimmten Grenzwerten bei den verwendeten Lösungsmitteln. Aus Sicht der Anwender richten sich die Anforderungen an den Lack nach dem jeweiligen Einsatzgebiet.

Ist ein Anstrich blockfest, hält dieser das Aufeinanderpressen zweier lackierter und getrockneter Flächen aus, ohne dass diese verkleben. Alle Alkydharzlacke sind blockfest. Bei Lacken wie Acryllacken kann die Blockfestigkeit variieren.

Lackarten – Wir kennen sie alle!

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