Tapetenarten

Übersicht mit allen Vor- und Nachteilen

Deutsche Haushalte schwören schon seit mehr als 50 Jahren auf Tapeten an den Wänden. Im Laufe der Zeit haben sich zahlreiche unterschiedliche Tapetenarten entwickelt. Neben dem absoluten Klassiker, der Raufasertapete, sind mittlerweile auch Papiertapeten, Vliestapeten oder Fototapeten weit verbreitet. Die folgende Übersicht zeigt dir, welche Tapetenarten es gibt, worin die Unterschiede liegen und was du bei jeder Tapetenart beachten musst.

Tapetenarten: Unterschiede und Gemeinsamkeiten

In kaum einer Industrienation sind die Tapeten so stark verbreitet wie in Deutschland. In den 1970er Jahren standen in Deutschland vor allem die bunten Tapeten im Vordergrund. Zehn Jahre später ging der Trend dann schon wieder zu den schlichten Wänden. Als Klassiker unter den Tapeten gilt, insbesondere in Deutschland, die Raufasertapete. Mittlerweile sind jedoch noch viele weitere Tapetenarten geläufig.

Raufasertapeten

Bei der Raufasertapete handelt es sich um die mit Abstand bekannteste Tapetenart in Deutschland. Schon 1864 wurde diese von Hugo Erfurt erfunden und basiert seitdem auf einem identischen System. Dünne, kleine Holzstückchen bzw. Fasern werden für die Herstellung zwischen mehrmaliges Papier gedrückt. So entsteht die charakteristische Raufaser in der Tapete. Beliebt ist die Tapete aus mehreren Gründen. Zum einen ist die Raufasertapete leicht zu verarbeiten, zum anderen wird die Tapete aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Ein weiterer Vorteil: Raufasertapeten nehmen die Farbe enorm gut auf und können somit auch mehrfach überstrichen werden. Gut für alle also, die nicht so oft ihre Wand tapezieren möchten.

Tipps zum Umgang mit Raufasertapeten

Der Umgang mit der Raufasertapete ist simpel. Deshalb ist diese Tapete auch für Heimwerker-Neulinge gut zu handhaben. Die Tapete wird am besten bahnweise eingekleistert und an die Wand gebracht. Reparaturen können an der Tapete problemlos durchgeführt werden, nur zum Übertapezieren ist die Tapete aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht sonderlich gut geeignet. Wer seine Raufasertapete entfernen möchte, sollte diese gründlich durchnässen und mit einem Nagelbrett am besten die Oberfläche aufbrechen.

Papiertapeten

Genau genommen können viele unterschiedliche Tapetenarten als Papiertapeten bezeichnet werden. Wie schon erwähnt, wird auch die Raufasertapete unter dem Einsatz von Papier hergestellt. Gemeint sind mit den Papiertapeten allerdings Tapeten, die gänzlich aus Papier hergestellt wurden. Unterschieden wird dabei zwischen verschiedenen Varianten. So gibt es die Fondtapeten, die vor dem Aufdrucken des Tapetenmusters mit lichtechter Farbe bedeckt werden. Im Gegensatz dazu werden die Naturelltapeten aus unbedrucktem und naturbelassenem Rohpapier hergestellt.

Im direkten Vergleich mit den weiteren Tapetenarten können die Papiertapeten als vergleichsweise günstig bezeichnet werden. Viele der Papiertapeten werden zudem aus einem großen Anteil Recyclingpapier hergestellt oder bestehen vollständig aus diesem. Erhältlich sind die Papiertapeten mit unzähligen Mustern und Strukturen.

Tipps zum Umgang mit Papiertapeten

Beim Umgang mit Papiertapeten ist besondere Aufmerksamkeit gefordert. Die Tapeten sind nicht reißfest und können somit schnell beschäftigt werden. Vor dem Anbringen an die Wand werden die Papiertapeten mit Tapetenkleister eingekleistert und die Bahnen gefaltet. Unbedingt beachten musst du die Einweichzeit. Ist diese zu kurz, kommt es zu Halteproblemen. Wichtig zudem: Die Tapete quillt durch das Einweichen ein wenig auf. Beim Trocknen an der Wand zieht sie sich wieder zusammen. Zum Entfernen muss auch bei den Papiertapeten Wasser verwendet werden. Das Übertapezieren der Papiertapete ist in der Regel nicht zu empfehlen. Generell möglich ist dieses aber bei besonders glatten und gut haltenden Papiertapeten. In diesem Fall musst du aber darauf achten, dass die neue Tapete nicht zu schwer sein darf.

Vliestapeten

Für die Papier- und Raufasertapeten bildet Papier das Trägermaterial. Bei den Vliestapeten ist dies etwas anders. Hier wird das Trägermaterial durch eine Mischung aus Zellstoff und Textilfasern gebildet, was die Tapete insgesamt stabiler als die Papiertapeten macht. Vliestapeten reißen deutlich schwerer und sind zudem wesentlich formstabiler. Diese Tapeten verziehen sich also auch nicht während der Trocknung oder wenn sie befeuchtet wurden. Dinge, die im Vergleich zur Papiertapete allerdings auch einen höheren Preis bedeuten. Dafür gibt es im Handel zahlreiche Varianten der Vliestapeten, wie etwa Retro-Vliestapeten oder Barock-Vliestapeten. Wer es ganz ausgefallen möchte, kann die Vliestapeten sogar zum Tapezieren des eigenen Badezimmers nutzen. Diese halten Feuchtigkeit und Wasserdampf nämlich sehr gut aus.

Tipps zum Umgang mit Vliestapeten

Beliebt sind die Vliestapeten auch aufgrund des einfachen Umgangs. Du benötigst einen speziellen Vliestapenkleister, den du nicht auf die Tapetenbahnen, sondern direkt an die Wand anbringst. Die Vliestapeten kannst du dann anschließend einfach an die Wand drücken. Nahezu genauso leicht geht die Entfernung, denn die Vliestapeten sind trocken abziehbar. Zum Übertapezieren sind die Vliestapeten aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit nicht geeignet, dafür lassen sich diese aber relativ einfach streichen. Wichtig bei besonders hellen Vliestapeten: Dunkle Untergründe könnten durchschimmern. Eine Tapetenunterlage oder auch eine einfache Streichgrundierung schaffen Abhilfe.

Vlies-Raufaser-Tapeten

Die Vlies-Raufaser-Tapeten können als Kombination aus Tradition und Moderne bezeichnet werden. Bei einer solchen Tapete handelt es sich um eine Vliestapete in Raufaseroptik, die als enorm reißfest und strapazierfähig gilt. Wie eine klassische Raufasertapete, lässt sich die Vlies-Raufaser-Tapete aufgrund ihrer Beschaffenheit gut überstreichen. Für das Übertapezieren ist diese jedoch eher weniger geeignet. Ein weiterer Vorteil: Kleinere Risse im Untergrund können von dieser strapazierfähigen Tapete einfach überbrückt werden.

Tipps zum Umgang mit Vlies-Raufaser-Tapeten

Optimal geeignet ist die Vlies-Raufaser-Tapete für diejenigen, die alle Vorteile einer Vliestapete mit der Optik einer Raufaser-Tapete kombinieren möchten. Und für diejenigen, die gerade beim Anbringen an die Wand nicht allzu viel Arbeit haben möchten. Genau wie bei der Vliestapete, wird auch bei der Vlies-Raufaser-Tapete der Kleister direkt an die Wand angebracht und nicht auf die einzelnen Tapetenbahnen.

Stoff-/Textiltapeten

Die Stoff-/Textiltapeten bestehen aus unterschiedlichen Stoffen. Die Basis bildet in der Regel ein Papier- oder Vliesträger. Dieser wird dann mit Kunst- oder Naturfasern unterschiedlicher Art beklebt. In Frage kommen hierfür beispielsweise Wolle, Baumwolle oder Hanf. Für hochwertige Tapeten werden diese miteinander verwebt. Bei den etwas günstigeren Stoff-/Textiltapeten sind sie hingegen meist in Längsrichtung angeordnet. Solltest du im Laden auf der Suche nach den Stoff-/Textiltapeten nicht gleich fündig werden, nicht verzagen. Diese Tapeten werden oftmals auch nach dem jeweiligen Stoff des aufkaschierten Materials bezeichnet. Also zum Beispiel als Baumwolltapete, Wolltapete oder Hanftapete.

Beliebt sind diese Tapeten vor allem aufgrund der Haptik, da sie angenehm zu berühren sind. Darüber hinaus gelten Stoff-/Textiltapeten als enorm wärmedämmend und schalldämmend.

Tipps zum Umgang mit Stoff-/Textiltapeten

Bei der Handhabung der Stoff-/Textiltapeten sind einige Besonderheiten zu beachten. Diese sind sehr nässeempfindlich und sollten für die Reinigung deshalb niemals mit Wasser behandelt werden. Hochwertige Stoff-/Textiltapeten werden in der Regel mittels Wandklebetechnik an die Wand gebracht. Die etwas günstigeren Kettfadenvarianten können eingekleistert werden. Wir raten dir aber zu, immer die individuellen Anweisungen des Herstellers zu befolgen, da in einigen Fällen auch Spezialkleister notwendig sein kann. Aufgrund ihrer Beschaffenheit sind die Stoff-/Textiltapeten nicht zum Überstreichen geeignet, dafür kann die Tapetenbasis nach Entfernen der Stoffschicht aber als Untergrund für eine neue Tapete dienen.

Fototapeten

Gerade in den letzten Jahren haben sich die Fototapeten zu einem echten Trend entwickelt. Großflächige Motive können so an die Wand gebracht werden und jeden Raum in eine perfekte Illusion verwandeln. Erwerben kannst du die Fototapeten gefaltet als Bahnen, klassisch gerollt oder als ganze Bögen. Die genaue Form richtet sich in der Regel nach der Art und dem jeweiligen Hersteller. Generell kannst du bei den Fototapeten zudem aus Tapeten mit Vliesträger, Kunststofffolien mit klebender Rückseite oder den klassischen Papiertapeten wählen.

Tipps zum Umgang mit Fototapeten

Bei der Handhabung der Fototapeten ist vor allem eines wichtig: Die perfekte Illusion zu wahren. Und hierfür solltest du unbedingt darauf achten, die Ansätze und Übergänge sauber zu legen. Es dürfen keine sichtbaren Übergänge und Ansätze zu sehen sein, da diese das stimmige Gesamtbild ansonsten ruinieren würden. Je nach Größe der Bahnen solltest du diese zunächst geteilt aufbringen. Also zuerst die untere Reihe, danach die obere Reihe. Für die Trocknung ist es optimal, wenn eine Raumtemperatur von rund 20 Grad herrscht. Wichtig: Während der Trocknung nicht lüften.

Glasfasertapeten

Glasfasertapeten bestehen vollständig aus Glasfaser. Diese Tapeten sind enorm fein, gleichzeitig jedoch sehr stabil gewebt und deshalb enorm strapazierfähig. Angeboten werden die Glasfasertapeten mit verschiedenen Webtechniken, so dass auch unterschiedliche Muster in der Tapete möglich sind. Die wesentlichen Vorteile liegen vor allem in der leichten Pflege. Die Glasfasertapeten lassen sich einfach abwaschen und sind sogar scheuerfest. Auch deshalb handelt es sich bei den Glasfasertapeten um eine der hygienischsten Tapetenarten überhaupt. In Wohnräumen ist diese Tapetenart jedoch nur bedingt zu empfehlen, da sie komplett versiegelt ist und somit nicht das Raumklima reguliert.

Tipps zum Umgang mit Glasfasertapeten

Die Verarbeitung und der Umgang mit Glasfasertapeten ist für Hobby-Handwerker eigentlich nicht zu empfehlen. Die feinen Glasfasern sind gesundheitsschädlich und können beim Tapezieren deshalb gefährlich werden. Genau das Gleiche gilt für den erforderlichen Spezialkleber. Wir raten deshalb dazu, diese Tapeten von einem Profi an die Wand bringen zu lassen. Nach dem Anbringen an die Wand besteht übrigens keine Gefahr mehr durch die Glasfasern. Wird die alte Glasfasertapete einmal entsorgt, musst du hier verschiedene Vorgaben beachten. Es handelt sich hier um Sondermüll, der nicht über den Hausmüll entsorgt werden darf. Zudem solltest du auch beim Entfernen der Tapete bestenfalls eine Atemschutzmaske tragen. Ein Übertapezieren der Glasfasertapeten ist nicht zu empfehlen.

Vinyltapeten

Im Handel sind die Vinyltapeten unter verschiedenen Namen bekannt. Du findest diese zum Beispiel auch als Kunststofftapeten oder Lacktapeten beim Fachhändler. Die Vinyltapeten bestehen dabei aus einem Träger aus Papier oder Vlies, der mit einer Schicht Vinyl bedeckt wird. Der Vorteil: Die meisten Varianten sind absolut pflegeleicht, scheuerfest und wasserdicht. Der Nachteil: Die Tapeten geben dauerhaft Weichmacher in die Luft ab. Gerade Allergiker und empfindliche Personen sollten deshalb nicht auf die Vinyltapeten zurückgreifen. Zudem sollten diese nicht im Kinderzimmer oder Schlafzimmer eingesetzt werden.

Tipps zum Umgang mit Vinyltapeten

Der Umgang mit den Vinyltapeten richtet sich in erster Linie nach dem jeweiligen Träger. Bei den Vinyltapeten mit Vliesträger kannst du auf die Wandklebetechnik mit dem Kleister an der Wand zurückgreifen. Bei den Tapeten mit Papierträger musst du die einzelnen Bahnen einkleistern. Wichtig: Je nach Tapetenart musst du möglicherweise auf einen Spezialkleber zurückgreifen. Ohnehin benötigst du zusätzlich zum Kleber einen speziellen Vinylkleber, mit dem die Überlappungen verklebt werden können.

Velourstapeten

Velourstapeten zeichnen sich durch eine weiche und oftmals farbige Oberfläche aus. Zusätzlich lässt sich die Oberfläche bei vielen Tapeten sehr gut ertasten, da nur manche Stellen mit Velours beschichtet sind. Für den besseren Halt der Fasern wird das Trägermaterial in der Herstellung mit Leim behandelt.

Tipps zum Umgang mit Velourstapeten

Unbedingt beachten solltest du beim Festdrücken der Tapete, dass die Oberfläche schnell zerdrückt werden kann. Hier solltest du also insgesamt sehr vorsichtig und sorgfältig vorgehen. Für die Pflege solltest du am besten die individuellen Hinweise der Hersteller beachten.

Fazit

Die Auswahl an Tapeten ist riesig. Jeder findet also die Tapetenart, die ihm am meisten zusagt. Natürlich können problemlos auch mehrere Tapetenarten in einem Haus oder einer Wohnung kombiniert werden. Achte dabei jedoch auf die klimaregulierenden Wirkungen der Tapetenarten. Zusätzlich sind einige Tapeten deutlich leichter an die Wand zu bringen als andere. Speziell Neulinge sind in der Regel mit der Wandklebetechnik deutlich besser bedient.

FAQ: Tapetenarten

Unterschiedliche Tapetenarten können problemlos in einem Zimmer vermischt werden. Das kann oftmals zu sehr schönen Effekten wie einer scheinbaren Vergrößerung des Raumes, einer optischen Illusion oder dem Hervorheben einzelner Bereiche und Möbelstücke führen.

Unterschiedliche Tapetenarten müssen auch unterschiedlich lang im Kleister einweichen. Wie lange genau, hängt unter anderem von der Dicke und dem Material ab. Empfehlenswert ist es, jeweils die individuellen Vorgaben des Herstellers zu beachten.

Mit den Anfertigungsnummern der Tapeten lassen sich die Chargen bzw. Druckserien der Herstellung überprüfen. Für weitere Bestellungen ist diese Anfertigungsnummer von großer Bedeutung, da nur mit der richtigen Charge bzw. Druckserie geringfügige Veränderungen in der Tapete vermieden werden können.

Je nach Tapetenart kommen unterschiedliche Kleisterarten zum Einsatz. Die einfache Raufasertapete wird mit dem klassischen Tapetenkleister an die Wand gebracht. Tapetenarten wie die Vinyltapete benötigen in der Regel einen Spezialkleber.

Ansatzfrei bedeutet, dass beim Tapezieren kein Versatz beachtet werden muss. Alle Bahnen können also einfach fortlaufend nebeneinander geklebt werden. Mit dem Rapport wird wiederum ein sich wiederholendes Muster auf der Tapetenbahn bezeichnet, welches nach einer gewissen Länge entsteht.

Willst du deine Zeit lieber für etwas anderes nutzen?

Kein Problem! Du kannst uns auch beauftragen und wir kümmern uns um das Tapezieren!