Gipskarton streichen

So verschönerst du Rigips und Co!

Gipskarton ist in Häusern und Wohnungen ein häufiger Baustoff. Das Material hat sich über die vergangenen Jahre als enorm zuverlässig bewiesen. Nicht zuletzt, weil eine gewisse Flexibilität mit dem Gipskarton verbunden ist. So kannst du diesen zum Beispiel problemlos tapezieren, fliesen oder streichen. Was du beachten musst, wenn du Gipskarton streichen möchtest, zeigen wir dir im Folgenden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gipskarton ist ein bewährtes Baumaterial, das sich unter anderem fliesen, tapezieren oder streichen lässt
  • Beim Streichen von Rigips & Co. sind im Vergleich zu herkömmlichen Wandbelägen ein paar Unterschiede zu beachten
  • Insbesondere die Vorbereitung des Gipskartons ist umfangreich und nimmt einige Zeit in Anspruch
  • Optimal geeignet für das Streichen von Gipskarton ist diffusionsoffene Wandfarbe, weniger geeignet ist die reine Silikatfarbe

Gipskarton streichen: Benötigtes Material und Werkzeug

Ganz ohne Werkzeug und Material geht es natürlich nicht, wenn du Gipskarton streichen möchtest. In der Regel hält sich beides aber im überschaubaren Rahmen.

Material

Bevor du mit dem Streichen beginnen kannst, musst du oftmals zum Spachtel greifen. Hierfür benötigst du spezielle Spachtelmasse für Rigips, anschließend kannst du die Grundierung aufbringen. Auch die musst du dir natürlich erst einmal besorgen. Zu den weiteren Materialien gehören die richtige Farbe, Fugenband für das Spachteln, eventuell Malerkrepp und Folie zum Abkleben und Acryl. Letzteres ist vor allem für das Ausbilden von Ecken und Kanten gedacht.

Werkzeug

Für die Reinigung von Rigipsplatten und Co. kannst du auf einen Besen und/oder Schwamm zurückgreifen. Musst du überflüssige Spachtelmasse abschleifen, empfiehlt sich ein Schwingschleifer. Ebenfalls notwendig ist natürlich der Spachtel zum Aufbringen der Spachtelmasse. Je nach Menge der Spachtelmasse kann es hilfreich sein, für das Anrühren eine Bohrmaschine mitsamt Rührstab zu nutzen. Streichst du zum Beispiel Rigipsplatten an der Decke, hilft dir auch eine Deckenbürste neben dem Pinsel weiter. Für das Aufbringen des Acryls in den Ecken solltest du eine Kartuschenpistole verwenden.

So streichst du Rigips und Co.

Damit du am besten direkt loslegen kannst, haben wir die einzelnen Schritte für das Streichen von Rigips und Co. im Folgenden einmal detailliert aufgeführt. Die Entwarnung gibt es gleich vorab: Es handelt sich nicht um ein echtes Hexenwerk. Hast du alle Materialien zusammen und deine Arbeitsumgebung vorbereitet, geht es mit den folgenden Schritten weiter.

Schritt 1: Reinigen

Bevor du die Grundierung auf den Gipskarton aufbringen kannst, musst du die Oberfläche erst einmal reinigen. Wichtig ist, dass der Untergrund vor dem Streichen vollkommen frei von Staub und Schmutz ist. Diesen kannst du normalerweise ohne große Probleme abbürsten. Ebenso solltest du darauf achten, dass es sich um einen trockenen und ebenen Untergrund handelt. Überflüssige Spachtelmasse schleifst du deshalb am besten mit dem Schwingschleifer ab.

Schritt 2: Spachteln und Grundieren

Im Anschluss an die Reinigung steht das Spachteln auf dem Programmplan. Wichtig ist dabei, dass du auf eine spezielle Spachtelmasse für Rigips zurückgreifst. Diese wird mit ein wenig Wasser verrührt, bis sich ein dickflüssiger Brei ergibt. Mit einem Spachtel wird die Masse dann auf den Gipskarton aufgetragen. Hier zeichnet sich dann auch die gute Vorarbeit aus. Auf einem glatten Untergrund gelingt das Spachteln nämlich deutlich leichter.

Ist die Platte erfolgreich verspachtelt, folgt anschließend das Auftragen der Grundierung. Mit der Grundierung soll vor allem die Differenz im Saugverhalten zwischen dem Gipskarton und der Spachtelmasse ausgeglichen werden. Ratsam ist es, dabei auf einen Tiefengrund für Gipsplatten zurückzugreifen. Anschließend muss die Platte für rund fünf Stunden trocknen und kann anschließend weiter verarbeitet werden.

Schritt 3: Die richtige Farbe wählen und Farbmenge ermitteln

Je nach Einsatzgebiet kommen für die Rigipsplatten verschiedene Farben in Frage. Handelt es sich um einen Feuchtraum wie ein Badezimmer oder eine Küche, sollte unbedingt auf eine diffusionsoffene Farbe geachtet werden. Nur diese ermöglicht den Austausch von Wasserdampf, wobei du immer auf den sogenannten Sd-Wert schauen solltest. Je geringer dieser Wert, desto stärker ist der mögliche Dampfaustausch der Farbe. Abgesehen davon sorgen kannst du dank der Grundierung aber nahezu auf alle klassischen Wandfarben zurückgreifen. Lediglich die reinen Silikatfarben sind hierfür nicht wirklich geeignet.

Rund um die benötigte Farbmenge gilt: Lieber etwas zu viel besorgen, als zu wenig Farbe im Haus zu haben. Bedenken musst du, dass der Gipskarton viel Feuchtigkeit aufsaugt. Je nach Oberfläche sind deshalb meist auch mehrere Anstriche erforderlich.

Schritt 4: Erster Anstrich

Handelt es sich um grundierte Oberflächen, ist beim Streichen von Rigips und Co. in der Regel ein Anstrich allein nicht ausreichend. Streichen kannst du die Gipskartonplatten problemlos mit einer Farbwalze oder Deckenrolle. Unbedingt beachten solltest du, dass du genügend Material mit der Rolle aufnimmst. Gestrichen werden die Bahnen nass-in-nass. Anschließend solltest du die Fläche für rund vier Stunden trocknen lassen.

Schritt 5: Zweiter Anstrich

Im zweiten Anstrich kannst du jetzt im Prinzip identisch vorgehen. Möglicherweise hast du die Farbe für den ersten Anstrich etwas verdünnt. Das ist beim zweiten Anstrich definitiv nicht mehr erforderlich. Zunächst solltest du jetzt die Decke bzw. mögliche Dachschrägen streichen. Danach kannst du den Anstrich mit den weiteren Wänden abschließen.

Fazit

Gipskarton streichen ist ein wenig aufwändiger als das Streichen von „einfachen“ Wänden. Der große Unterschied liegt hauptsächlich in der Vorbereitung. Um eine schöne Deckkraft und gleichmäßige Farbe zu erzielen, solltest du unbedingt auf eine Grundierung vor dem Aufbringen der Farbe achten. Überdies ist bei Gipskarton in Feuchträumen primär der Blick auf den Dampfaustausch zu richten.

FAQ: Gipskarton streichen

Reine Silikatfarben eignen sich für Gipskarton nicht. Besser ist es, auf diffusionsoffene Farben zurückzugreifen. Speziell dann, wenn es sich um einen Feuchtraum wie das Badezimmer handelt. Prinzipiell ist das Streichen von Gipskarton aber mit vielen normalen Wandfarben möglich.

Flecken und Streifen entstehen beim Streichen von Gipskarton in der Regel durch eine fehlende Grundierung. Der Gipskarton entzieht der Farbe in diesem Fall zu schnell zu viel Flüssigkeit. Das führt dann zu unansehnlichen Flecken und Streifen.

Das Streichen von Gipskarton-Platten ohne Grundierung ist möglich, aber nicht ratsam. Durch die Grundierung wird das Saugverhalten der Platte vereinheitlicht und auch die Leuchtkraft der Farbe bewahrt. Zudem kannst du mit einer Grundierung auch die unbeliebten Risse im Farbauftrag vermeiden.

Die heute bekannte Rigipsplatte wurde für den deutschen Baumarkt im Jahre 1949 erstmalig hergestellt. Tatsächlich war die Gipskartonplatte zu dieser Zeit aber schon bekannt. 1894 wurde das entsprechende Patent für die Platten bereits in den USA angemeldet. Ab 1910 erfolgte die industrielle Fertigung der Gipskartonplatten.

Gipskartonplatten und Gipsfaserplatten teilen sich ein Einsatzgebiet. Die Gipsfaserplatten verzichten dabei aber auf eine Karton-Ummantelung. Stattdessen sorgen für die Steifheit der Platten die Fasern im Inneren.

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